<p style="">Dieser Neujahrsempfang in der Elsenzhalle stand unter einem besonderen Vorzeichen.</p> <p style="">Bürgermeister Holger Karl hatte im November angekündigt, bei der Bürgermeisterwahl am 8. März nicht mehr anzutreten. Nach 16 Jahren an der Spitze der Gemeinde endet damit seine Amtszeit. Als Karl sichtlich bewegt über seinen Abschied sprach, wurde deutlich, dass ihm dieser Schritt alles andere als leichtfiel. Er erinnerte an seine Anfänge in Bammental, an Begegnungen, gemeinsames Ringen und gewachsenes Vertrauen. Eine Gemeinde, so sagte er, erschließe sich nicht über Akten, sondern über Menschen. Bammental sei für ihn mehr als eine berufliche Station geworden – der Ort sei ein Teil von ihm und werde es bleiben.</p> <p style="">Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang in der Elsenzhalle vom Popchor Taktvoll unter der Leitung von Sebastian Stürzl. Schwungvoll, gefühlvoll und zugleich nachdenklich setzte der Chor Akzente, besonders mit dem Friedenslied zum Abschluss und Bob Dylans „The Times They Are a-Changin’“, das den Wandel als zentrales Motiv des Abends unterstrich. An die Ansprachen schlossen sich die Ehrung für sportliche und ehrenamtliche Leistungen an.</p> <p style="">Bürgermeisterstellvertreter Wilhelm Müller begrüßte neben zahlreichen Einwohnerinnen und Einwohnern auch die Bürgermeister und Stellvertreter der Nachbargemeinden sowie MdB Lars Castellucci und MdL Dr. Albrecht Schütte; erwähnt wurde auch die frühere Europaabgeordnete Diemut Theato. Mit Blick auf die Krisen der Welt griff Müller das Bild des Baums des Jahres auf. Statt der Zitterpappel wolle man in Bammental lieber die Eiche zum Sinnbild nehmen – standfest, langlebig und anspruchslos. Dass ein fast tausendjähriges Exemplar auf der Gemarkung stehe, passe gut zu diesem Selbstverständnis.</p> <p style="">Für die christlichen Kirchen sprach Barbara Hege-Galle von der Mennonitengemeinde das Grußwort. Sie zitierte die Jahreslosung 2026 aus dem Buch der Offenbarung: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“ – eine Botschaft von Erneuerung und Hoffnung in schwierigen Zeiten.</p> <p style="">In seiner Neujahrsansprache spannte Holger Karl den Bogen von der fragilen Weltlage zur Situation vor Ort. Kommunen seien heute mehr denn je Ankerpunkte, stünden aber zugleich unter wachsendem finanziellem Druck durch Entscheidungen von Bund und Land. Umso wichtiger seien verantwortliches, gemeinsames und lösungsorientiertes Handeln sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat. Er blickte auf die Ortsentwicklung während seiner Amtszeit zurück und nannte das Familienzentrum als Herzstück der Gemeinde. Es verbinde Generationen und werde gemeinsam mit der Bücherei von René und Katharina Richter geleitet, die dafür besonderen Applaus erhielten. Auch die wirtschaftliche Entwicklung sprach er an und würdigte die Bedeutung der örtlichen Unternehmen. Exemplarisch nannte er ECM Profitech mit den geplanten Erweiterungen sowie neue Impulse wie die Eröffnung einer eigenen Kaffeerösterei.</p> <p style="">Zur Attraktivität Bammentals trügen zudem Investitionen in Schulen und Kitas, der neue Schulgarten, erneuerte Spielplätze, Angebote für ältere Menschen, die Umgestaltung des alten Friedhofs sowie die Pflege von Festen und kulturellen Höhepunkten wie das jährliche Gastspiel des Musikkorps der Bundeswehr – ein Verdienst Arne Müllers- bei. Hinzu kämen Infrastrukturprojekte in den Gebieten Heldenberg und Fischersberg sowie der Austausch der Wasserzähler, der mehr Transparenz bringe und bei der Lecksuche helfe. Als große Zukunftsaufgaben nannte Karl den Bau des neuen Feuerwehrhauses, das an einem schwierigen Standort im Retentionsbereich der Elsenz mit innovativem Konzept geplant ist, sowie die Erweiterung des Park-and-Ride-Parkplatzes in Reilsheim. Auch das Schwimmbad mit seiner fast 100-jährigen Geschichte bleibe ein zentrales Thema. Eine umfassende Sanierung sei notwendig, ohne Fördermittel jedoch nicht zu realisieren. Unter dem Stichwort „Europa beginnt vor Ort“ erinnerte Karl an die Partnerschaften mit Vertus (Blancs-Coteaux) und Demitz-Thumitz und warb um weitere Mitarbeit. Zum Abschluss würdigte er das Engagement der Vereine und die Rolle der Kirchen, deren Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander unverzichtbar sei. Zugleich machte er in einem Dankeswort deutlich, dass viele Entwicklungen in Bammental nur möglich gewesen seien, weil sie gemeinsam mit dem Gemeinderat und engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern angestoßen und getragen wurden. <br><br>Anna Haasemann-Dunka</p>