Wir begegnen uns auf Augenhöhe. © NEW-SMART-MEDIA / Foto: Arne Schumacher

Schluss, aus, vorbei – KI killt mein Business.

Johannes Kaiser Art-Director & Fotograf

von Johannes Kaiser · · 2 Minuten Lesezeit

Oder?

Diesen Satz höre ich aktuell ziemlich oft. Von Kollegen, Bekannten, manchmal auch zwischen den Zeilen.

Und ja: KI verändert die Fotografie. Massiv sogar.

Sie steckt längst in Kameras, in Bildbearbeitungssoftware und in immer neuen Tools, die sich gegenseitig mit dem nächsten „Wow-Feature“ überbieten. Wer heute professionell fotografiert, kommt an KI kaum noch vorbei – außer vielleicht im analogen Bereich. Und der ist im Business-Kontext eher die charmante Ausnahme.

Für mich ist deshalb nicht die Frage: KI oder keine KI?

Sondern: Wie setze ich KI sinnvoll ein, ohne das zu verlieren, was meine Arbeit ausmacht?

Als People-Fotograf buchen mich meine Kunden nicht nur, weil ich eine Kamera bedienen kann. Sie buchen mich, weil sie authentische, emotionale und glaubwürdige Bildstrecken brauchen.

Und genau da passiert vieles, was keine KI nebenbei ersetzt.

Eine echte Location verändert die Stimmung.

Menschen reagieren auf Räume, Licht, Atmosphäre.

Im Shooting entstehen spontane Ideen.

Und manchmal ist der beste Moment genau der, den niemand geplant hat.

Schon vor dem ersten Klick arbeite ich an den Anforderungen des Kunden, denke mich in Marke, Zielgruppe und Bildsprache ein. Während des Shootings geht es dann um Vertrauen, Timing, zwischenmenschliche Chemie – und um den richtigen Ausdruck im richtigen Moment.

Ja, KI hilft mir dabei, Bilder schneller zu entwickeln und zu bearbeiten. Und das ist gut so.

Aber ich nutze nur Tools, die meinen Workflow unterstützen – nicht solche, die mir die Kontrolle über meine Bilder abnehmen.

KI ist für mich kein Ersatz für Fotografie.

Sie ist ein Werkzeug.

Die Haltung, der Blick und die Verbindung zum Menschen bleiben meine Aufgabe.
Darum liebe ich meinen Job.

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