© ANNETTE STIER – Fotografie / Annette Stier
Praxisfotografie in Lorsch: Wie professionelle Bilder Vertrauen schaffen

von Annette Stier · · 6 Minuten Lesezeit
Ein Projekt von Annette Stier für die Privatpraxis NEUROLOGIE WALTER zeigt, wie strategische Praxisfotografie Patienten informiert, Teams sichtbar macht und den digitalen Erstkontakt gestaltet.
Lorsch/Bensheim, 16. Oktober 2026. Wer heute eine Ärztin, eine Anwältin oder einen Steuerberater sucht, entscheidet oft am Bildschirm, ob er Kontakt aufnimmt. Für Praxen, Kanzleien und Büros ist der Internetauftritt damit zum Empfangsraum geworden – lange bevor ein Besucher die Tür öffnet.
Wie sich dieser erste Eindruck planen lässt, zeigt ein Projekt im Lorscher Stiftsquartier: Dort eröffnete die Neurologin Prof. Dr. Silke Walter ihre Privatpraxis für Neurologie und Ernährungsmedizin Anfang Juli 2026. Für den neuen Internetauftritt fotografierte Annette Stier, Fotografin aus Bensheim, im August Räume, Team und diagnostische Abläufe – außerhalb der Sprechzeiten und mit Statisten statt Patienten. Entstanden ist eine Serie von 18 Bildern für Website, Google-Unternehmensprofil und Stellenanzeigen.
Eine Neurologin mit Erfahrung aus der Notfallforschung
Silke Walter ist Fachärztin für Neurologie mit den Zusatzbezeichnungen Intensivmedizin und Notfallmedizin. Vor ihrer Niederlassung arbeitete sie viele Jahre in der Universitätsmedizin, auf Intensivstationen, in Spezialambulanzen und in der klinischen Forschung. Zu ihren Schwerpunkten gehören Schlaganfall und Multiple Sklerose.
An der Klinik für Neurologie der Universität des Saarlandes in Homburg war sie an der Entwicklung und Erprobung einer Mobilen Stroke Unit beteiligt. Das Spezialfahrzeug bringt unter anderem Computertomographie und Schlaganfalldiagnostik direkt zum Einsatzort. In einer 2012 in The Lancet Neurology veröffentlichten randomisierten Studie unter ihrer Erstautorenschaft verkürzte sich die mediane Zeit vom Notruf bis zur Therapieentscheidung von 76 auf 35 Minuten. Das Ergebnis bezieht sich auf den untersuchten Versorgungsprozess, nicht auf eine nachgewiesene Verbesserung des klinischen Outcomes.
In der Lorscher Privatpraxis NEUROLOGIE WALTER umfasst das diagnostische Angebot unter anderem EEG, EMG, Elektroneurographie, evozierte Potenziale, Ultraschalluntersuchungen der Hirngefäße, Laboruntersuchungen und Demenzabklärung. Ernährungsmedizin ergänzt die neurologische Versorgung. Die Praxis betont persönliche Gespräche, präzise Diagnostik und verständliche Aufklärung.
Vertrauen beginnt häufig vor dem ersten Termin
Wer mit Schwindel, Taubheitsgefühl oder Gedächtnisproblemen eine Neurologin sucht, bringt häufig Fragen und Unsicherheit mit. Noch vor dem ersten Gespräch vermitteln Bilder eine Vorstellung davon, wer behandelt, wie die Räume aussehen und was Patienten erwartet.
Dass visuelle Signale eine Rolle spielen können, zeigt eine 2018 in BMJ Open veröffentlichte Befragung von 4.062 Patienten an zehn US-amerikanischen Universitätskliniken. 53 Prozent hielten die Kleidung ihres Arztes für wichtig; mehr als ein Drittel gab an, sie beeinflusse ihre Zufriedenheit mit der Versorgung. Die Studie untersuchte Kleidung, nicht den messbaren Geschäftserfolg von Praxisfotos. Sie verdeutlicht jedoch, dass Patienten äußere Merkmale in ihre Wahrnehmung einbeziehen.
Auch rechtlich haben sich die Möglichkeiten ärztlicher Außendarstellung verändert: Mit der Reform des Heilmittelwerbegesetzes 2012 entfiel das frühere generelle Verbot, Angehörige von Heilberufen in Berufskleidung oder bei ihrer Tätigkeit abzubilden. Weiterhin gelten berufs- und wettbewerbsrechtliche Grenzen, insbesondere für irreführende Werbung.
Praxisfotografie in drei Dimensionen: Lösung, Effizienz und Wirkung
Annette Stier arbeitet seit über dreißig Jahren als Berufsfotografin und führt seit 2002 ein eigenes Fotostudio in Bensheim. Sie ist Bachelor Professional im Fotografenhandwerk und Fotografenmeisterin. Was eine Praxis von einem solchen Auftrag erwartet, fasst sie so zusammen:
Eine Praxis kauft keine schönen Bilder. Sie kauft Vertrauen, das schon vor dem ersten Anruf entsteht.
1. Die Lösung: Eine einheitliche Bildwelt für alle Kanäle
Am Ende stand ein auf die Kommunikation abgestimmtes Bildpaket: für Website, Google-Unternehmensprofil, Arztportale und Recruiting. Jedes Motiv erhielt vorab einen Zweck und ein benötigtes Format. Diagnostische Situationen wurden mit Statisten inszeniert. Vor der Auslieferung prüfte die Fotografin Bildschirme, Akten und Namensangaben, damit keine Patientendaten sichtbar wurden. Mehr über die Konzeption solcher Aufträge zeigt ihre Leistungsseite zur Praxisfotografie in Bensheim und an der Bergstraße.
2. Die Abkürzung: Zwei Samstagvormittage statt laufender Unterbrechungen
Statt einzelner Fototermine während des Praxisalltags genügten zwei Samstagvormittage im August. Eine Shotlist definierte Räume, Geräte, Teammitglieder und Reihenfolge. Die Sprechstunden blieben ungestört; die Produktion endete früher als geplant. Die Webagentur erhielt die Bilder in den für den Seitenaufbau benötigten Formaten.
3. Die Wirkung: Menschen, Räume und Abläufe sichtbar machen
Die Bilder zeigen eine helle Praxis mit Holzlamellen, warmem Licht und frischen Blumen am Empfang. Das Team erscheint im Gespräch statt in starren Reihen. „Wir haben die Geräte nicht einfach abgelichtet, sondern ihren Einsatz dokumentarisch fotografiert“, sagt Stier.
Zu sehen sind auch Untersuchungsabläufe, etwa bei einem EEG oder einer Nervenmessung. Solche Bilder können helfen, den Ablauf eines Termins vorstellbarer zu machen. Ein Gehirnmodell, an dem die Ärztin Befunde erklärt, ist gleich zweimal Teil der Serie. Es steht sinnbildlich für den Anspruch der Praxis, medizinische Zusammenhänge verständlich zu erläutern.
Was Kanzleien, Steuerbüros und Unternehmen daraus lernen können
Die Aufgabe ist nicht auf Arztpraxen beschränkt. Auch Mandanten einer Kanzlei oder eines Steuerbüros vertrauen Menschen sensible Informationen an. Kunden eines mittelständischen Unternehmens prüfen ebenfalls online, mit wem sie zusammenarbeiten werden.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich je nach Berufsgruppe. § 43b der Bundesrechtsanwaltsordnung und § 57a des Steuerberatungsgesetzes knüpfen Werbung an sachliche Informationen über die berufliche Tätigkeit. Fotografien können Menschen, Arbeitsweise und Räumlichkeiten anschaulich zeigen, ohne auf übertriebene Versprechen zurückzugreifen. Für Inhaber und Partner eignen sich Personal Branding und Business-Porträts, für Teams und Arbeitsumgebungen Unternehmensfotografie.
Drei Parallelen sind besonders relevant:
- Vertraulichkeit: Was in der Praxis die Patientenakte ist, ist in der Kanzlei die Mandantenakte. Vertrauliche Informationen dürfen auf veröffentlichten Bildern nicht erkennbar sein.
- Betriebsabläufe: Ein Shooting sollte weder Sprechstunden noch Mandantentermine oder den laufenden Betrieb beeinträchtigen. Randzeiten und Wochenenden können dafür sinnvoll sein.
- Recruiting: Bewerber betrachten Teamfotos und Arbeitsumgebung, bevor sie Kontakt aufnehmen. Die Lorscher Praxis wirbt selbst um Medizinische Fachangestellte und Fachkräfte für die Funktionsdiagnostik.
Checkliste: Fünf Fragen vor dem Praxis- oder Unternehmensshooting
Aus dem Lorscher Projekt lassen sich fünf Fragen für Praxen, Kanzleien und Unternehmen ableiten:
- Kontaktpunkte: Wo begegnen Patienten, Mandanten, Kunden oder Bewerber dem Betrieb zuerst – Website, Google-Unternehmensprofil, Branchenportal oder Stellenanzeige?
- Bildbedarf: Welches Motiv benötigt jeder Kanal, und in welchem Format?
- Terminplanung: Wann lässt sich fotografieren, ohne den Betrieb zu stören?
- Einwilligungen: Wer ist auf den Bildern zu sehen, und liegen die erforderlichen Freigaben vor?
- Datenschutz: Welche Informationen, Bildschirme oder Dokumente dürfen keinesfalls sichtbar sein?
Stier beginnt ihre Aufträge mit einem persönlichen Vorgespräch, im Fotostudio in Bensheim oder bei einem Rundgang durch die Räume des Auftraggebers. „Der wichtigste Teil eines Shootings passiert, bevor ich die Kamera in die Hand nehme“, sagt sie.
Ausblick: Die Außenansicht vervollständigt die Bildserie
Ein Motiv steht noch aus: Zum Zeitpunkt des Projekts fehlte am Gebäude das offizielle Praxisschild, dessen behördliche Freigabe noch ausstand. Sobald es angebracht ist, soll die Außenansicht fotografiert werden. „Das Gebäude gehört dazu“, sagt Stier. „Patienten sollen die Praxis wiedererkennen und ohne Suchen finden.“
Informationen zur Fotoproduktion für medizinische Einrichtungen bietet die Seite Praxisfotografie für Arzt- und Therapiepraxen. Wer eine entsprechende Bildserie für seine Praxis, Kanzlei oder sein Unternehmen plant, kann Annette Stier direkt kontaktieren.
Über Annette Stier – Fotografie
Annette Stier – Fotografie ist ein inhabergeführtes Fotostudio in Bensheim. Annette Stier ist Bachelor Professional im Fotografenhandwerk (DQR-Niveau 6) und Fotografenmeisterin. Sie arbeitet seit mehr als dreißig Jahren als Berufsfotografin und führt seit 2002 ein eigenes Studio. Heute betreibt sie ein 150 Quadratmeter großes Loft-Studio im MONTANA-Gebäude.
Schwerpunkte sind Business-Porträts, Personal Branding, Unternehmensfotografie, Praxisfotografie, Location- und Architekturfotografie sowie Fotografie für die politische Kommunikation. Auftraggeber kommen aus Bensheim, dem Kreis Bergstraße und der Rhein-Main-Region. Annette Stier ist Mitglied der Wirtschaftsvereinigung Bensheim.
Pressekontakt und Bildmaterial
ANNETTE STIER – Fotografie
Annette Stier
Zwischen den Bächen 23–25 · 64625 Bensheim
Telefon: 06251 984166
E-Mail: info@annette-stier.com
Website: www.annette-stier.com
Druckfähige Bilder der Serie stellt Annette Stier Redaktionen auf Anfrage zur Verfügung. Abdruck honorarfrei ausschließlich im Zusammenhang mit dieser Meldung und mit Quellenangabe „Foto: Annette Stier“.
- Prof. Dr. Silke Walter am Empfang ihrer Privatpraxis im Lorscher Stiftsquartier.
- Das Team der Praxis NEUROLOGIE WALTER im Gespräch auf dem Praxisflur.
- Aufklärung am Gehirnmodell: Prof. Dr. Silke Walter erläutert einen Befund.
- Messung akustisch evozierter Potenziale, fotografiert mit einer Statistin.
Bildergalerie
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