Regenfront zieht über ein Wohngebiet – Herbststurm im Anmarsch: Schon Windstärken um die 40 km/h reichen aus, um leichte Gartenmöbel herumfliegen zu lassen. © dpa/dpa-tmn / Jan Woitas
In Teilen Deutschlands ziehen jetzt die ersten Herbststürme auf: Am Freitag soll es etwa im Westen und Südwesten Sturmböen geben, im höheren Bergland sind laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auch schwere Sturm- und vereinzelte Orkanböen möglich.
Höchste Zeit also, das Haus und Grundstück möglichst sturmfest zu machten, etwa indem man leichte Gartenmöbel ins Haus bringt und Markisen einfährt. Lose Gegenstände auf dem Grundstück sollte man jetzt einsammeln und ins Haus, in die Garage oder in den Schuppen holen.
Machen Sie den Test: mit dem Regenschirm
Und das ist auch dann eine gute Idee, wenn in Ihrer Region nur mit starkem Wind statt mit Sturm zu rechnen ist. Denn schon Windstärken um die 40 km/h reichen laut Prof. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, aus, um leichte Gartenmöbel oder Sonnensegel herumfliegen zu lassen. Sie können ja mal den Regenschirm-Test machen: Lässt der Wind ihn umspringen, muss man damit rechnen, dass lose Gegenstände am Haus und im Garten nicht mehr sicher sind.
Bei fest installierten Terrassenüberdachungen sollte man laut dem Verband Fenster + Fassade (VFF) außerdem prüfen, ob bewegliche Elemente wie Schiebeverglasungen, Seitenwände oder Sonnenschutzsysteme vollständig geschlossen sind. Das heißt, sie müssen eingefahren und verriegelt werden. Und sind die Halterungen des Balkonkraftwerks noch fest?
Auf oder zu? Das gilt bei Rollläden
Machen Sie alle Türen zu, und zwar auch die im Keller, damit kein Winddruck im Gebäude entsteht. Auch die Fenster schließen. Sind sie gekippt und der Wind schlägt sie zu, kann das Glas brechen.
Doch was ist eigentlich mit den Rollläden? Sollten Sie besser oben bleiben oder geschlossen werden? Die Antwort: Beides geht, man muss sich aber entscheiden. Das heißt: Die Rollläden müssen entweder vollständig heruntergefahren werden oder aber ganz oben bleiben. Teilweise geschlossene Läden sind der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau zufolge hingegen gefährlich. Der Wind kann dann in die Lücke zwischen dem Rollladen und dem Fenster eindringen - und so den Rollladen aus der Führung drücken.
Folie fürs Dach: Falls da was abhanden kommt
Wichtig: Werfen Sie am besten schon einen Blick aufs Dach, bevor die Sturmsaison überhaupt beginnt: Denn sind Dachziegel gebrochen, kann ein starker Sturm Teile des Daches abdecken. Erkennt man Lücken im Ziegeldach rechtzeitig, kann man noch neue Ziegel anbringen und zusätzlich Dachklammern einbauen lassen. Das erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Wind.
In jedem Fall ist aber nach dem Sturm ein Blick aufs Dach sinnvoll: Für eventuelle Not-Reparaturen empfiehlt Gebbeken, stärkere Folie und Zeitungspapier bereitzuhalten. Hat der Wind ein Loch ins Dach gerissen, kann man nach dem Unwetter dann die Folie darüber legen und einige Ziegelsteine dick mit Zeitungspapier umwickeln oder ein Zeitungspaket schnüren und die Folie damit beschweren.
Wichtig: Riskante Arbeiten, etwa an einem Steildach, sollten Sie aber unbedingt Fachleute überlassen, die wissen, wie man sich sichert. Klettern Sie auf keinen Fall selbst drauflos.


