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Mit Beginn der Reisezeit im Juni nehmen Aufenthalte in tropischen und subtropischen Regionen deutlich zu. Während Sonnenbrand und Magen-Darm-Infekte vielen präsent sind, wird Schistosomiasis (Bilharziose) in der urologischen Praxis noch häufig übersehen – obwohl sie Harnblase, Harnleiter und in Einzelfällen auch die Nieren betreffen kann.
Schistosomen werden beim Kontakt mit kontaminiertem Süßwasser (Seen, Flüsse, Bewässerungskanäle) in Endemiegebieten – vor allem in Teilen Afrikas, Asiens, Südamerikas und des Nahen Ostens – über die Haut aufgenommen. Die Infektion verläuft oft lange oligo- oder asymptomatisch.
Für die Urologie relevant sind insbesondere:
- Mikroskopische oder makroskopische Hämaturie
- Rezidivierende Harnwegsinfekte ohne klare Ursache
- Irritative Miktionsbeschwerden und chronische Zystitis-ähnliche Verläufe
Da diese Symptome unspezifisch sind, kommt der strukturierten Reiseanamnese ein hoher Stellenwert zu. Eine gezielte Nachfrage nach Fernreisen und Süßwasserkontakt (Schwimmen, Waten, Arbeiten in Bewässerungsgebieten) kann den entscheidenden diagnostischen Hinweis liefern.
Schistosomiasis ist in der Regel gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Zur Abklärung eignen sich unter anderem wiederholte Urinanalysen, serologische Tests, Sonografie und bei Bedarf weiterführende Bildgebung oder Zystoskopie. Nutzen Sie die aktuelle Reisezeit, um im Team das Bewusstsein für Schistosomiasis zu schärfen und entsprechende Diagnostik in Ihre differenzialdiagnostischen Überlegungen einzubeziehen.
FFF-Redaktion

